Weiterer Neuzugang in der Sammlung

LEO – Zerstörung Berlins (1945)

Mit großer Freude konnte die Stiftung eine umfangreiche Schenkung des Nachlasses von Kurt Hügelow entgegen nehmen.
Von besonderem Interesse, war dabei der Umstand, dass der Zeichner in den Nachkriegsjahren für den „Tagesspiegel“ und „Die Zeit“ tätig war und dort veröffentlichte.

Die Berliner Karikaturen-Geschichte und deren Protagonisten gehören zum Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit und der Forschung unserer „Stiftung Museen für Humor und Satire“. Auch liefern seine Karikaturen der Nachkriegsjahre andere Sichtweisen bei der kritische Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte, als diese bislang von der ostdeutschen Karikatur in der Sammlung vertreten waren.

LEO – Blick in die Zukunft (FDJ)

Natürlich bedarf es in Zukunft noch weiterer Recherchen, um das grafische Werk von Kurt Hügelow richtig zuzuordnen und zu bewerten.
Dazu sind weitere Forschungsprojekte – gern auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen oder Universitäten – notwendig.

Bislang bekannt sind erst einmal folgende biografische Angaben zum Zeichner:

Kurzbiografie1 Kurt Hügelow (alias LEO, alias Leo Kleinert)

Geboren am 15. Oktober 1899, gestorben am 11. März 1975.

Karikaturist aus Berlin mit mehr als 100 veröffentlichten Zeichnungen im „Der-Wahre-Jacob“ (1925: 42. Jg., Heft 51 – 1932: 49. Jg., Heft 14)2 und mit umfangreicher Schaffensphase nach dem 2. Weltkrieg, als insbesondere im Ostteil der Stadt „politische“ Karikaturen als Meinungsausdruck kritisch von Behörden beobachtet wurden.

Mit 17 Jahren hat Kurt Hügelow den 1. Weltkrieg als Soldat erlebt.

Eine akademische Ausbildung in Sachen Kunst formte bei Zeiten sein Können, um dem schnellen Zeichnen und der Karikatur gerecht zu werden.

Beinahe 4 Jahre war er durch Krankheit gelähmt und ans Bett gefesselt. Dies ersparte ihm im 2. Weltkrieg den Frontdienst.

Der Schwerpunkt seiner Schaffensphase, in der er sich der politischen Karikatur verschrieben hatte, lag nach 1945, mit politischem Inhalt unter dem Pseudonym „LEO“ bzw. „Leo Kleinert“. Die Veröffentlichungen unter diesem Namen seines Bruders brachten ihm 1949 in einem Wettbewerb einer Berliner Zeitung den 1. Preis für Karikatur ein.

Danach war er aus Gründen der persönlichen Sicherheit mit seiner Frau aus dem Ostsektor nach Westberlin gezogen.

Von 1945 bis ca. 1961 gab es eine Vielzahl von Veröffentlichungen in „Die Zeit“ und „Tagesspiegel“.

Viele Originale seiner veröffentlichten Karikaturen sind in den Besitzarchiven der Zeitungen, für die er gearbeitet hat.

Oft greifen seine graphischen Arbeiten Motive romantischer Darstellungen oder aus der Griechischen Mythologie auf. Gern zeichnete er auch Bilder aus der Zirkuswelt.

Der Nachlass des Lebenswerkes von Kurt Hügelow, das sich nunmehr im Eigentum der „Stiftung Museen für Humor und Satire“ und ihrer Sammlung befindet – besteht aus mehr als 350 Zeichnungen, Entwürfen und Skizzen sowie mehreren Linolschnitt-Platten. Dazu erste Dokumentationen zum künstlerischen Schaffen und diverse Illustrationen.

Stand: Juli 2024

1: gemäß mündlicher Überlieferung seiner verstorbenen Ehefrau
2: Quelle: www.der-wahre-jacob.de

Hügelow – „Wollen Sie damit Konkretes abstrakt, oder Abstraktes konkret ausdrücken?“
Kurt Hügelow – Illustration
Kurt Hügelow – Bilderrätsel für „Berliner Morgenpost“ No31 – 5.2.1961
Kurt Hügelow – Illustration